Das Carigiet-Vermächtnis

Der berühmte Künstler, der seine Hotelrechnung nicht bezahlen konnte.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte des Restaurant-Gastes, der sich erst vorzüglich verköstigen lässt und dann die Rechnung mit Tellerwaschen begleichen muss? Im Sunstar Flims – oder damals noch das «Grand Hotel Surselva» – trug sich Anfang der Vierzigerjahre etwas Ähnliches zu.

Die Person, die nicht bezahlen konnte, war jedoch kein Geringerer als der Schweizer Künstler Alois Carigiet.

Der Vater des Schellen-Ursli

Wie reagiert wohl das Hotelpersonal, wenn ein Gast auschecken möchte und sich dann herausstellt, dass er zahlungsunfähig ist? Blicken wir doch kurz zurück in die Zeit, als dies dem Gast Alois Carigiet passierte. Es geschah im Jahr 1942. Der zweite Weltkrieg war in vollem Gange und das Zeitalter von Computer und Smartphone zählte vermutlich noch zur Kategorie «Science Fiction».

Da stand er also an der Récéption, der zukünftige Vater des Schellen-Ursli. Damals ahnte wohl noch niemand, dass ihn die Kindergeschichte des Bündner Bubs mit der Zipfelmütze ab 1945 einst rund um den Globus berühmt machen würde.

Das Carigiet-Vermächtnis

Alois Carigiet erblickte 1902 in der Surselva, Graubünden, das Licht der Welt und verabschiedete sich dort 1985 auch wieder aus dem Leben. Fast alles, was der Schweizer Maler, Zeichner, Lithograf und Kinderbuchautor anging, wurde zum Erfolg. Da liegt auch die Lösung zur Begleichung der Rechnung auf der Hand oder besser noch: Sie hängt an der Wand.

Erfrischend pragmatisch liess das Hotelpersonal den Künstler nämlich mit seiner Malerei bezahlen. Seither schmückt ein aussergewöhnlich grosses Werk von Carigiet den Weinkeller und erstrahlen noch viele weitere aber bedeutend kleinere Bilder von ihm die Wände.

Carigiet-Stübli

Und dann gibt es auch noch das heimelige «Carigiet-Stübli», wo wir unsere Gäste mit Schweizer Spezialitäten und Fondue verwöhnen. Wir danken Alois Carigiet von Herzen für seine einheimischen Werke und pflegen diese mit grosser Sorgfalt!